Warum es nicht reicht, nur deine Energie zu schützen

Wenn Grenzen im Außen sichtbar werden müssen

Ich habe versucht, es nur energetisch zu lösen

Ich beschäftige mich schon lange mit dem Thema Grenzen. Grenzen setzen. Grenzen halten.
Viele Jahre aber nur auf energetischer Ebene – also alles, was meine Energie schützt.
Weil ich dachte, so bekomme ich die Situation für mich gut hin.

Spoiler: Nein.

Ich dachte, wenn ich mich energetisch nur gut genug schütze und abgrenze,
dann muss ich im Außen keine Grenze setzen.
Nicht laut werden.
Nicht deutlich Nein sagen.
Keine Kontakte verändern.
Nicht unbequem werden.

Ich dachte, ich kann es so für alle noch irgendwie passend halten.
Auch dann, wenn es für mich längst unerträglich war.

Die Angst dahinter

Ich hatte Angst.
Angst vor der Konfrontation.
Angst vor den Konsequenzen.
Angst, ausgeschlossen zu werden.
Angst vor dem Urteil anderer.

Und ich bin dabei immer wieder über mich selbst gegangen.

Ich habe mich damit kaputt gemacht.
Mich selbst bestraft.
Mich belastet.

Und vor allem habe ich für alles eine Erklärung gesucht.

Der Punkt, den ich lange nicht sehen wollte

Der Punkt ist: Ich habe lange gedacht, dass das reicht.
Dass ich meine Energie schützen kann und damit ist es gut.

Aber das stimmt nicht.

Denn wenn Menschen immer wieder deinen Raum verletzen,
liegt es nicht nur an deiner Energie.

Entweder deine Grenze ist nicht sichtbar genug – oder sie wird nicht respektiert.

Und in beiden Fällen braucht es mehr als nur innere Arbeit.
Es braucht eine Grenze, die auch im Außen steht.

Meine Grenzen waren nicht sichtbar

Meine Grenzen waren mit Kreide gezogen.
Schon immer.

Sie waren da,
aber sie wurden weggewischt,
übergangen,
und irgendwann sind sie einfach verblasst.

Also habe ich mir energetische Schutzkugeln gebaut.

Aber manchmal kommt der Punkt, da reicht das nicht mehr.
Da musst du dich wirklich abgrenzen.
Klar.
Deutlich.

Warum es sich trotzdem so schwer anfühlt

Und ja, das fühlt sich befreiend an. Aber auch schwer.

Zum einen, weil es nicht einfach akzeptiert wird.
Nicht immer, weil andere bewusst böse handeln, sondern weil Systeme so laufen.
Es gibt feste Strukturen, gewohnte Rollen, Erwartungen.
Und man kommt da nicht einfach raus, nur weil man selbst etwas erkennt.

Und zum anderen, weil auch dein eigenes System dich hält.

Alles, was du gelernt hast, wird plötzlich laut:
Sei brav.
Sei lieb.
Halte aus.
Ecke nicht an.
Fall nicht auf.
Mach keinen Ärger.

Der Moment, in dem alles kippt

So war es auch bei mir.
Ich habe lange gelitten. Still getragen.
Und dann kam der Moment, in dem das Fass überlief.
Erst langsam.
Leise.
Und dann ist etwas gekippt.

Es wurde offensichtlich. Es ließ sich nicht mehr wegdiskutieren.

Und plötzlich war da dieses Gefühl:
Ekel.

Nicht nur „es ist zu viel“.
Nicht nur „es reicht“.

Ekel.

Nach all den Jahren des Mittragens und Aushaltens.

Und dann war sie da

Meine Grenze.

Ich konnte es nicht mehr wegdrücken

Es ließ sich nicht mehr schönreden.
Nicht mehr wegdiskutieren.

Und vielleicht ist genau das der Punkt.

Dass es diesen Moment braucht.
Einen, der so klar ist,
dass du nicht mehr zurück kannst.

Ich habe das gebraucht.
Sonst wäre ich nie ausgestiegen.

Ich habe mich zum ersten Mal ernst genommen

Jetzt war der Punkt gekommen: Wenn ich da noch einmal drüber gehe, geht es nicht gut für mich aus.
Dann werde ich daran zerbrechen.
Krank werden.
Oder schlimmer.

Genau so hat es sich angefühlt.

Also habe ich mich ernst genommen.
Zum allerersten Mal bin ich nicht über meine Grenze gegangen, sondern habe sie gehalten.

Unbequem für andere.
Aber sicher für mich.

War es leicht?
Nein.

War es notwendig?
Ja.

Vielleicht ist das auch dein Punkt

Vielleicht erkennst du dich darin wieder.

Vielleicht noch nicht so klar.
Aber vielleicht spürst du, dass sich etwas in dir nicht mehr übergehen lässt.

Dass deine Grenze nicht mehr nur innerlich existieren möchte.
Sondern sichtbar werden muss.

Nicht, um hart zu werden.
Nicht, um andere zu bestrafen.

Sondern um dich nicht länger selbst zu verlassen.

Denn deine Energie zu schützen ist wichtig.
Aber manchmal beginnt echter Schutz erst dort,
wo deine Grenze auch im Außen steht.

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