Aus der Reihe Maivia. Leicht gesagt

Wenn mein Kopf ein Podcast wäre

Wenn mein Kopf ein Podcast wäre,
hätte er täglich zwölf neue Folgen.

Ohne Pause.
Ohne Konzept.
Und leider ohne Abofunktion zum Kündigen.

Morgens beginnt das Programm mit:

Was du heute alles erledigen musst.

Direkt danach folgt:

Was du gestern nicht geschafft hast und warum das vermutlich etwas über dich aussagt.

Ein echter Klassiker ist auch:

Dieses eine Gespräch von vor sieben Jahren – die große Wiederholung.

Mit neuen Analysen, zusätzlichen Interpretationen und einer ausführlichen Besprechung dessen, was ich damals stattdessen hätte sagen sollen.

Zwischendurch gibt es Eilmeldungen zu Dingen, die wahrscheinlich niemals passieren werden.

Und nachts startet die beliebte Sonderfolge:

Bist du noch wach? Dann lass uns über dein gesamtes Leben nachdenken.

Manchmal versuche ich, den Sender zu wechseln.

Meditation.
Musik.
Ein Spaziergang.

Doch mein Kopf meldet sich zuverlässig zurück:

Vielleicht muss ich nicht jede Folge bis zum Ende hören.

Nicht jeder Gedanke ist eine wichtige Nachricht.
Nicht jede Sorge verdient eine ganze Staffel.
Und nicht alles, was mein Kopf sendet, ist automatisch wahr.

Manchmal darf ich den inneren Podcast einfach laufen lassen, ohne ihm meine volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Das Programm endet dadurch zwar nicht.

Aber vielleicht muss ich auch nicht ständig zuhören.

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